Statoil verzichtet auf CO2-Pilotanlage - Pläne für Dornum zu teuer.
(so die regionale Presse am 5. August 2008)
In einem Gespräch mit dem Vorstandsmitglied der Norder GRÜNEN Herbert Zinnow, erklärte Dieter Potthoff von der BI "Gegen Gasindustrie die Hintergründe dieser Meldung: - Wirtschaftliche Gründe geben den Anlass für diese Entscheidung, so die Firmensprecherin Kerstin Dirks in einem Schreiben vom 31.7.2008 an die BI "Gegen Gasindudstrie in Dornum" - dies ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie für die Standorte Dornum und Kastoe in Norwegen.
Für die Firma StatoilHydro bleibt die Gemeinde Dornum allerdings weiterhin eine bevorzugte Alternative für mögliche zukünftige Projekte von StatoilHydro, zur Zeit seien aber keine weiteren Vorhaben in Dornum, seitens StatiolHydro, geplant.
Die BI "Gegen Gasindustrie in Dornum" wird wachsam bleiben -
Die GRÜNEN des OV-Norden auch!!
Mitglieder des OV-Norden haben auf Einladung der BI "gegen Gasindustrie in Dornum" am 22. Mai 2008 an einer CDU-Informationsveranstaltung im Burgkeller der Beningaburg zu Dornum teilgenommen und die anwesenden Bürger und die Politiker der CDU davor gewarnt, dass die Genehmigung einer CO2-Separation (auch mit einem Raumordnungsverfahren begleitet) zukünftig (im Nachgang) der Einstieg für eine zusätzliche Ethan-Separation bedeuten kann - es muss befürchtet werden, dass die Ethan-Separation im Nachgang einer Genehmigung für CO2-Separation, ohne Durchführung eines Raumordnungsverfahrens beschlossen und damit ohne Einspruchsrechte durch den Dornumer Rat genehmigt werden kann, da es sich dann tatsächlich (nur) um eine Erweiterung der dann bereits bestehenden Raffinerieanlage handelt.
Gasseparationsanlage Dornum/Nesse - Regionales Raumordnungsprogramm: Herbert Zinnow (Beisitzer im geschäftsführenden Kreisvorstand Aurich/Norden von Bündnis90/Die Grünen) und Beate Jeromin-Oldewurtel (Fraktionsvorsitzende im Kreistag Aurich) beide MitgliederInnen des OV Norden, haben eine Pressemitteilung formuliert, in der die Bürgervertreter im Kreistag aufgefordert werden, JETZT und endlich, ein Regionales Raumordnungsprogramm zu entwickeln - die Durchführung eines Raumordnungsverfahren, zB. für die Errichtung einer Gasseparationsanlage, müsse auf dieser Grundlage erfolgen. Der Pressebericht wurde u.a. auch bei der Redaktion SKN (Kurier) eingereicht, die diesen Artikel nicht veröffentlichte; - lesen Sie deshalb hier....Gasseparationsanlage Dornum/Nesse: INEOS stellt das Cracker Projekt in Wilhelmshaven ein! Seit dem 18.9.07 ist es raus: das Ethan-Ethylen-PVC-Projekt in Wilhelmshaven ist für INEOS erstmal gestorben. Die deutsche INEOS-Pressemeldung wurde aus dem Netz entfernt. Hier die englische Version. Wir bleiben dran!
mehr zu den Hintergründen siehe unsere Presseerklärung
und eine Linkliste unten
Protest-Empfang in Neßmersiel!
Am Donnerstag den 26.7.07 wurde der niedersächsische Ministerpräsident Wulff von Gegnern der Gas-Separationsanlage in Neßmersiel empfangen. Es wurde ein Protestschreiben überreicht und der Ministerpräsident wurde zu einem Gespräch nach Dornum eingeladen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Aktion hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden am Fähranleger versammelt. Die Norder Grünen unterstützten die Bürgerinitiative bei ihrer Aktion durch die Teilnahme mehrerer Mitglieder und FreundInnen, die auch den Text unserer Presseerklärung vom 15.7.07 (s.u.) verteilten.
Die Initiatoren aus Dornum hatten für die Protestierenden orange Sicherheitswesten besorgt, auch ein Symbol für die Gefahr, die von der geplanten Chemieanlage ausgeht. Die Spruchbänder und Plakate lauteten u.a. :
- 250.000 t CO2: NEIN!
- Gasindustrie in Dornum: NEIN!
- Dornum muss sauber bleiben!!
...hier sind die FOTOS.........
Der Minsterpräsident war vorbereitet auf die Protestversammlung und äußerte sich zu mehreren Punkten.
Sinngemäß:
Regionalentwicklung: ...die geplante Investition des britischen Chemiekonzerns INEOS in Wilhelmshaven und das damit verbundene Statoil-Eon-Projekt in Nesse sind wichtig für die Strukturentwicklung von Friesland und Ostfriesland...
Tourismus contra Industrie: ... die meisten Übernachtungen an der Küste hat Cuxhaven zu verzeichnen - daran sieht man, dass Industrie sich nicht schädlich auf den Tourismus auswirken muss...
Standort:.... die Anlage muss da gebaut werden, wo das Gas ankommt, nur das ist vernünftig....
GAS: ....wenn man die Atomkraftwerke wegdenkt, kann man nicht auch gegen Gas sein. Wie wichtig die Versorgung mit Gas ist haben wir gemerkt als die Russen den Gashahn zugedreht haben....
CO2 Emission: ...die Technik der Einlagerung von CO2 ist noch nicht ausgereift. Es wird daran geforscht...
Vogelschutz: ... ----- ....
FAZIT:
- Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) steht voll und ganz hinter dem Chemie-Projekt.
- Er hofft, dass der Chemieriese INEOS seine Pläne für die Chlor- und PVC-Produktion in Wilhelmshaven wieder aufnimmt.
- Er sieht keinen Widerspruch zwischen Tourismus und Industrieansiedlungen.
- Er äußert sich so, als sei die Gasversorgung gefährdet, wenn das Gas-Separationswerk nicht realisiert wird. Dabei würde diese Anlage in Wirklichkeit Anteile des Erdgases für die Chemieproduktion (PVC) missbrauchen!
- Vogelschutz ist kein Thema
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Presseerklärung 15. Juli 2007
- Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Norden -
Norder Grüne gegen die rücksichtslose Industrialisierung der Region
„Die Gasseparationsanlage ist nicht raumverträglich“ Norden/Nesse/Dornum Einen Tag vor der Sondersitzung des Kreisvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen bekräftigt der Grüne OV-Norden in einer Presseerklärung seine rigorose Ablehnung des geplanten Chemieprojektes bei Dornum: „Die Art und Weise, mit der ein so tiefgreifendes Projekt an örtlicher Politik und Bürgern vorbei durchgedrückt werden soll, ist völlig inakzeptabel. Die Öffentlichkeit wird weder über Umfang und Folgen der Maßnahme, noch über die zu erwartenden Risiken ausreichend informiert. Hinter dem Rücken der Bevölkerung soll hier eine umweltzerstörerische Großindustrie installiert werden.“
Für die Norder Grünen besteht kein Zweifel daran, dass das geplante Industrieprojekt nicht raumverträglich ist. Weder der Tourismusstandort Dornum/Nesse noch das unmittelbar angrenzende Vogelschutzgebiet „Ostfriesische Seemarschen“ vertrage einen solch schwerwiegenden Eingriff. Auch sei der Standort mitten im faktischen Vogelschutzgebiet „Norden-Esens“ gelegen. Wegen der unzureichenden Unterschutzstellung von Vogellebensräumen in Niedersachsen ist zur Zeit erneut ein Verfahren der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof anhängig. „Es ist unfassbar, mit welcher Arroganz Planungsbehörden geltendes EU-Recht offenbar missachten, auch zum Beispiel im Hinblick auf Genehmigungen von Massentierhaltung und Biogasanlagen in den FFH Gebieten!“, lautet die Stellungnahme.
Bei der Errichtung einer Gasseparationsanlage handele es sich nicht um eine Erweiterung des bestehenden Betriebes, sondern um eine Neuanlage. Die 40 m hohen Destillationskolonnen und die 100 m hohe Gasfackel werden weithin sichtbar sein, und das - wegen der Beleuchtung des gesamten Industrieareals (ca. 30 ha) - auch bei Nacht. Für eine Region, in der ein Großteil der Arbeitsplätze mittelbar oder unmittelbar vom Fremdenverkehr abhängen, könnte eine solche Anlage das Aus bedeuten. Dass die Anlage selbst Arbeitsplätze schaffe, ist für die Norder Grünen kein stichhaltiges Argument: „Diese Art Industrie ist nicht personalintensiv. Das zur Zeit ehrgeizigste Großprojekt von Statoil, die Gasförder- und Verflüssigungsanlage auf Melkøya bei Hammerfest, kommt im laufenden Betrieb mit 12 Mitarbeitern aus.“
Auch dass Dornum/Nesse der einzig mögliche Standort für das Projekt sei, lassen die Grünen nicht gelten: „Der Standortvorteil besteht wohl hauptsächlich für den norwegischen Betreiber. In Norwegen würde die Emission von 250.000 t CO 2 pro Jahr mit ca. 7,5 Millionen Euro CO 2 -Steuern zu Buche schlagen. Da lohnt sich allerdings die Investition in Deutschland! Ostfriesland darf nicht zur CO 2 -Kippe für die Betreiber werden! Die Forderung von Landrat Theuerkauf, die Anlage mit Forschungsmitteln aus Niedersachsen finanziell zu fördern, setzt dem Ganzen die Krone auf. Statoil ist einer der Marktführer im Bereich Gas-Separation und CO 2 Speicherung. Das Know-how für den Bau und Betrieb einer Anlage, wie sie in Dornum/Nesse geplant ist, liegt bereits vor. Eine Subvention aus Steuermitteln ist hier nicht angebracht.“
Hinsichtlich dem Einhalten von Umweltauflagen sei die Firma nicht gerade vertrauenswürdig: „Nicht einmal die Eingrünung der bestehenden Anlage wurde bislang realisiert!“ Die Grünen fordern den Landkreis als Untere Landesplanungsbehörde auf, endlich seine „Geheimhaltungstaktik“ aufzugeben und die Bevölkerung nach allen rechtlichen Vorgaben und Möglichkeiten in die Zukunfts-Planung ihrer Heimat mit einzubeziehen. Insbesondere wird ein Raumordnungsverfahren gefordert. „Der weitgehend intakte Naturraum und die reine Luft sind die eigentlichen Schätze der Region, die es zu hüten gilt! Wir dürfen sie nicht einer rücksichtslosen Industrie zum Fraß vorwerfen!“
Veröffentlicht:
Ostfriesische Nachrichten: 17.7.07
Ostfriesland Zeitung: 17.7.07 (stark gekürzt)
Ostfriesischer Kurier: 21.7.07 (gekürzt)
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9.Juli 2007:
Auf Betreiben des Grünen OV-Norden wird der Kreisvorstand auf einer Sondersitzung am 18.7. eine Stellungnahme zur geplanten Gas-Separationsanlage in Dornum erarbeiten. Dies teilte der Kreisvorsitzdende Thilo Hoppe jetzt in einer Presseerklärung mit...
Hoppe: Gasseparationsanlage gehört auf den Prüfstand
Aurich/Nesse. Mehr Transparenz bezüglich der in der Gemeinde Dornum geplanten Gasseparationsanlage fordert der Auricher Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen). Eine Industrieanlage, die möglicherweise pro Jahr 250 000 Tonnen Kohlendioxid in die Luft puste, passe weder in eine Urlaubsregion noch in ein Vogelschutzgebiet, erklärt Hoppe jetzt in einer Pressemitteilung. Er habe große Zweifel, ob die Argumente der Antragsteller und der Gewerkschaften stichhaltig seien, von dem Bau der geplanten Gasseparationsanlage hinge die Sicherung von 400 Arbeitsplätzen in Wilhelmshaven ab.
Es müssten sowohl alternative Standorte gesucht als auch intensiv geprüft werden, ob das in einer solchen Anlage abgesonderte Kohlendioxid verwertet oder in Kavernen gelagert werden könnte statt in die Atmosphäre geblasen zu werden. Pro, Contra und Alternativen sollten in öffentlichen Veranstalten in einer Art und Weise diskutiert werden, dass die Bevölkerung in der Region ernst genommen, ausführlich informiert und in die Entscheidungsprozesse mit einbezogen werde.
Am 18. Juli wird sich der Vorstand des Kreisverbandes Aurich-Norden von Bündnis 90/Die Grünen in einer Sondersitzung vor Ort intensiv mit dem umstrittenen Industrieprojekt befassen und eine Stellungnahme erarbeiten.