Grüne veranstalten
Neujahrsspaziergang
Gewerbebrachen sollen vorrangig
entwickelt werden (PDF hier)
Rund 30 Bürgerinnen und
Bürger fanden sich am vergangenen Sonntag um 11 Uhr am Norder Bahnhof
ein, um am Neujahrsspaziergang der Grünen teilzunehmen. Es ging vom Bahnhof
über den ZOB die Straße „Am Bahndamm“ entlang zu den Gewerbehallen hinter der
Hallenstraße, über die Heerstraße zum eigentlichen „Südeingang“ und schließlich
durch Brückstraße und Kleine Hinterlohne zum Doornkaatgelände. An mehreren
Stationen erläuterte der Norder Fraktionsvorsitzende Gerd-Dieter Köther die
Standpunkte seiner Partei zur Stadtentwicklung.
Er erneuerte die Kritik der Grünen an der Realisierung von
Bahnhof und ZOB: „Beide Vorhaben sind bürgerfern geplant und ausgeführt
worden.“ Zwar seien einige Mängel inzwischen nach gebessert worden und es gäbe
bei der Fahrradunterbringung auch Verbesserungen gegenüber dem alten Bahnhof,
jedoch fehle insgesamt gesehen die Kundenfreundlichkeit. Das Gebäude sei z.B.
nicht behindertengerecht und die Automaten könnten von Personen unter 160 cm
Körpergröße nur unter großen Schwierigkeiten bedient werden, so der
Fraktionsvorsitzende. Die Wegstrecken vom Parkplatz zum Zug seien deutlich
weiter als beim alten Bahnhof, überdies fehlten unentgeltliche park-and-ride
Stellplätze. Die neue Solaranlage auf dem ZOB sei zu begrüßen, doch sei ihm
unverständlich, weshalb das Solarprojekt nicht ausgeschrieben wurde und die EWE
für die Nutzung der Fläche keinerlei Pacht zu errichten habe.
Der eigentliche Schwerpunkt der Neujahrswanderung war der
Besuch von stadtnah gelegenen Gewerbeflächen, die zur Zeit mehr oder weniger
brach liegen. „Bevor neue Flächen versiegelt werden, sollten die vorhandenen
entwickelt werden,“ forderte Köther. „Wenn das nicht geht, muss man rückbauen
und umwidmen. Der Verwahrlosung dieser riesigen Flächen muss Einhalt geboten
werden!“ Planerisch sei es natürlich einfacher, Grünland in Gewerbegebiete zu
verwandeln, als bestehende Strukturen zu verändern und an neue Erfordernisse
anzupassen. Möglicherweise fehle es der Verwaltung in dieser Hinsicht auch an
Erfahrung und Kompetenz. „Wegsehen, schön reden und auf Wunder hoffen – das bringt uns hier nicht weiter!“
Das Doornkaatgelände sei überdies eine Gefahrenquelle und
müsse gesichert werden.
Die teilnehmenden Bürger waren überrascht, wie groß die
brachliegenden Flächen in unmittelbarer Stadtnähe tatsächlich sind: „Hier bin
ich noch nie gewesen,“ sagten einige. „Ich wusste gar nicht, dass das hier so
aussieht“.