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Offener Brief des Grünen OV-Norden an den Grünen Kreisverband anlässlich der Sonder-BDK zum Atomausstieg (25.7.2011)

Hallo der Kreisvorstand,
Hallo Thilo,

auf der Mitgliedervorstandsitzung des OV Norden haben wir den
Atomausstieg beraten. Es war uns klar, dass wir anwesenden Mitglieder
nicht an der Sitzung am Donnerstag in Wiesmoor teilnehmen können. Wir werden auch keine Person aus den Personen, die an der Sitzung
teilgenommen haben, als Kanditaten oder als Ersatzkandidaten anbieten können. Dieses hat fast ausschließlich berufliche Gründe die eine Teilnahme verhindern.

Zusammen haben wir die in der beigefügte Anlage aufgeführten Punkte
diskutiert und bitten, dieses Schreiben auf der KV zu verlesen und den
BDK-Delegierten mit auf dem Weg zu geben und entsprechend die
Tendenzmeinung des OV Norden zu vertreten.
Mit dieser Meinung stehen wir sicherlich nicht allein. Wie ich aus den
Montagsmahnwachen Aurich und Norden erfahren habe, stehen die ähnlich hinter dieser Petition. Diese Personen rufen zu Demonstrationen vor dem BDK-Plenum auf, um ihre Meinungen zu vertreten - die Punkte, die sich der OV Norden ebenfalls wünscht.
Diese Meinung und ähnliche wird auch von der Grünen Jugend vertreten und von vielen NGO´s, ob BUND oder Greenpeace, vertreten und alle gehen von einer kürzeren Laufzeit der AKW´s aus.

Deshalb bitten wir um Courage.

Mit Gruß aus Norden
Helmut
im Auftrag des OV Norden

 

Am Freitag, den 11. 3. 2011, wurde in Japan das bisher schwerste Erdbeben der jüngsten Zeit registriert. Nach dem Erdbeben erreichte kurze Zeit später ein Tsunami mit ungeheurem Ausmass das Festland. Beide Katastrophen für sich beschädigten das Atomkraftwerk Fukushima schwer.

Bereits am 14. 3., 18.00 Uhr, gab es eine spontane Mahnwache auf dem Marktplatz. Ca. 40 Personen waren gekommen und haben den Opfern der Katastrophe gedacht.

Am 19. 3. 2011 wurde auf dem Torfmarkt zu einer etwas weiter gefasste Mahnwache spontan aufgerufen. Neben vielen Redebeiträgen hat der Vorsitzende des OV Norden, Bernd Neumann-Schönwetter, das endgültige Abschalten der Atomkraftwerke gefordert. Das Leid der Bevölkerung Japans sollte Anlass genug sein, die bestehende Forderung der Grünen nach dem Ausstieg aus der Atomwirtschaft zu beschleunigen. In den Zeitungsmedien wurde berichtet. 

 

(Foto: Jan-Keno Deichmann - vielen Dank!)

Die Mahnwachen werden jetzt bis auf Weiteres, jeden Montag in Norden eingerichtet. So fand die nächste am 21. 3. statt. An diesem zweiten Montag kamen ca. 50 Personen. Die Anteilnahme an dem Unglück ist groß und in der gesamten Bundesrepublik wird der Druck auf die Regierung größer.

Zur Demonstration am 26. 3. am Neuen Weg kamen ca. 100 Personen. Mehrere Wortbeiträge haben die Forderung nach einem sofortigen Atomausstieg unterstrichen. Zahlreiche Personen haben ihrer Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg auf Unterschriftliste dokumentiert. 

Am 28. 3. fand wieder mit 50 Personen die Mahnwache am Glockenturm statt.

Unermütlich demonstrierten auch am 4. 4. ca. 50 Personen gegen die Atompolitik. Da alle Personen etwas Positives in die Runde geben können, wurden eine Vielzahl von Informationsbroschüren und Ummeldanträge für den "Ökostrom" mitgebracht. Aus der Runde wurde vorgeschlagen, dass alle öffentlichen Gebäude entsprechend umgestellt werden. Dieser Vorschlag wird von den GRÜNEN gerne aufgenommen und es wurde gebeten, diese schriftliche Eingabe mit vielen Unterschriften an die Bürgermeisterrin der Stadt Norden zu senden. Der Vorstand hat vor wenigen Wochen der Ratsfraktion der GRÜNEN einen ähnlichen Antrag übergeben mit der Bitte, diesen in einer der nächsten Ausschüsse einzubringen.

  

Nachweis der Radioaktivität 3 Wochen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in einem Norder Garten                                                      

Von Dr. Norbert Jungsbluth

Radiographie nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26.April 1986:

Deponiert man einen nicht belichteten Röntgenfilm in einer entsprechenden Filmkasette im Freien (Garten), so können bei radioaktiver Strahlung Gegenstände, die sich zwischen ionisierender Strahlung und Film befinden, auf dem Röntgenfilm abgebildet und bei der Filmentwickelung sichtbar werden. Diese Versuchsanordnung wurde in einem Garten in Norden nach der Tschernobylkatastrophe durchgeführt, und zwar am 11.5. und am 13.-16.5.86. Dabei wurden auf dem Röntgenfilm zahlreiche Blätter mit Blattgerippen sichtbar abgebildet und damit der radioaktive Fallout           nachgewiesen.

Am 25. 4. 2011 waren Norder Aktivisten u. a. die GRÜNEN des OV Norden, nach Esenshamm gefahren, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Bei bestem Frühlingswetter waren 8.000 Personen beteiligt.

 

 

Mehr als 50 Demonstranten waren aus Norden und Aurich mit einem Bus nach Wilhelmshaven gefahren. Der Protest der Demonstranten richtete sich gegen das Wiederanfahren der Atomkraftwerke und für den Ausstieg aus der derzeitigen Atompolitik.

Auch die gplanten Verpressung von CO² im Boden der Nordsee wird äußerst kritisch gesehen. Die Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx e.V. hatte ebenfalls zum Protest aufgerufen. Eine Bodenabsenkung durch Kavernenbau wird im Gemeindegebiet zu Schäden führen. Die Demonstration war gut besucht, führte leider publikumsunwirksam durch Hafenrandgebiete. Der Kundgebungsort war entsprechend gewählt, so dass sich einzelne Gruppen spontan zu einem Gang durch die Fußgängerzone entschlossen.

 

Bündnis 90 / Die Grünen Ortsverband Norden  | gruene.norden@t-online.de